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Car-Loggias in Berlin erzürnen Anwohner - Paul-Lincke-Höfe

August 23, 2009 von frank

Berlin Kreuzberg / Friedrichshain - Viel Presse gab es in der Vergangenheit für das Luxusimmobilien-Wohnprojekt Paul-Lincke-Höfe in der Nähe des Landwehrkanals. Eine beliebte Gegend mit Bauten um die Jahrhundertwende 1900 mit wenigen sicheren Parkplätzen und Garagen. Die CarLoft® GmbH vergab eine CarLoft Lizenz an den Bauträger des Projektes CarLoft in den Kreuzberger Paul-Lincke- Höfen, die TOPOS.Paul-Lincke-Höfe.GmbH & Co. KG. Das Wohn-Projekt wurde feierlich am Donnerstag vorgestellt. Bis es zu ersten Störungen kam.

Würdig wurden die neuen betuchten Projekt-Betreuer und die ersten Mieter mit lauter Musik im Juli empfangen. Anwohnende Mieter - echte Kreuzberger - fühlten sich laut Berliner Morgenpost in ihrer Kiezruhe gestört. Die neuen Nachbarn sind finanziell abgesichert. Der Preis pro Quadratmeter liegt um die 3.000 Eur bei Erwerb einer solchen Luxusimmobilie. Die Besonderheit dieser Lofts liegt darin, dass ein CarLift den geliebten Wagen bis auf die eigene Etage transportiert. Dort wird er dann auf der Terasse abgestellt. Und macht dann meist mehr her, als der eingebaute Kaminofen. Zudem ist damit ein Autodiebstahl oder Vandalismus fast vollends ausgeschlossen.

Die Erfinder des Konzeptes denken an Patente und Expansion. Auf http://www.carloft.de/ kann man sich bereits als Interessent in weiteren Großstädten anmelden. Doch Kreuzberg rebellierte am Donnerstagabend. Sicherlich war es nicht nur der dort vertretene autonome MOP, der sich da spontan zu einer Protestdemonstration versammelte. Es waren auch normale Nachbarn, die bei solcherlei “Car-Lift-Show” sich unter die Demonstranten gesellten. Mit lauter Gegenmusik, Pfeiffkonzert und Sprechchören wurde in gewohnter “Kreuzberg-Kampf-Technik” bis zum Erscheinen der Polizei lautstark durchgehalten.

Anzumerken sei, dass die Lofts zwischen ca. 200 bis zu über 500 Quadratmeter gross sind. Zwischen einer halben und und irgendwo knapp zwei Millionen Euro sollte der Erwerb inklusive Gebühren und Notar einer dieser Luxus-Lofts wohl kosten. Das Konzept kann sich in vielen Orten durchsetzen, wo Parkplatzmangel und fehlende Stellplätze an der Tagesordnung sind.

"Immobilienprojekte in Wasserlagen und dem Umfeld von Gründerbauten in der Innenstadt Berlins sind besonders beliebt", bemerkt Immobilien-Experte aus Leipzig Dr. Johannes Schamburg. Allerdings stehen einige Projekte in der Diskussion der Gentrifizierungsgegner. Das Kreuzberger Beispiel zeigt, dass man sich dem Wohnumfeld anpassen muss. Anwohner, die im sozialen Wohnungsbau leben, brauchen häufig lange, sich mit der neuen Nachbarschaft anzufreunden. Von dieser Problematik gänzlich frei sind die Townhouse-Projekte im Hafenquartier Mitte und auf der Halbinsel Alt-Stralau an der Rummelsburger Bucht. Dort baut man auf ehemaligem Brachland in dennoch sehr attraktiver Lagen.

Quellen:
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article691354/Protest_gegen_...
http://www.hafenquartier-mitte.com

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